Teamwork geht vor Eigennutz: Delfine jagen mit strenger Aufgabenverteilung

Quellen: ddp/wissenschaft.de - Große Tümmler fangen Fischschwärme, indem sie die Aufgaben bei der Jagd klar verteilen. So übernimmt immer derselbe Delfin die Aufgabe des Treibers, während die anderen eine für die Beute nur schwer durchdringliche Barriere bilden. Mit dieser Entdeckung zeigen Stefanie Gazda von der Universität von Massachusetts in Dartmouth und ihre Kollegen als erste bei Meeressäugern die Spezialisierung auf eine bestimmte Aufgabe, wenn im Team gejagt wird. Bisher beobachteten Forscher nur bei Löwinnen eine ähnliche Aufgabenverteilung.

Für die Untersuchungen wurden über drei Monate hinweg zwei Delfingruppen an der Küste Floridas beobachtet. Gruppe A bestand aus drei Individuen und lebte in einem Habitat mit Seegras, während sich in Gruppe B zwei bis sechs Individuen in einem schlammig bis sandigen Habitat zum Jagen zusammenschlossen.

Bei insgesamt 126 beobachteten Jagden übernahm in beiden Gruppen immer dasselbe Tier die Rolle des Treibers. Dabei war Gruppe A gegenüber Gruppe B erfolgreicher und auch ihr Treiber fing mehr Fische als seine Teamkollegen.

Diesen unterschiedlichen Jagderfolg begründen die Forscher neben den verschiedenen Lebensräumen auch mit der besseren Gruppenstabilität der Jagdtruppe A. In der Delfingruppe B gab es anscheinend Individuen, die sich nur dann als Barriere an der Jagd beteiligten, wenn ein guter Jagderfolg zu erwarten war, nehmen die Wissenschaftler an.

Große Tümmler treiben ihre Beute häufig gegen natürliche Barrieren wie die Küste oder die Meeresoberfläche oder kreisen Fischschwärme ein. Obwohl eine derartige Aufgabenverteilung für die einzelnen Tiere aufwendig ist und zuerst viel Energie erfordert, erweist sich diese hoch spezialisierte Jagdstrategie schlussendlich als sehr effektiv.

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